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Tiere/Pflanzen aus eigener Zucht

CPO - Krebse im Aquascaping?

Autor: Robert Brungert | Bildquelle: Wikipedia, Lizenz: CC BY-SA 3.0, unbearbeitet 

Krebse im Aquascaping?

Aquascaping ist das Gegenstück zum überladenen Fisch-Aquarium: Der Schwerpunkt liegt bei der natürlich nachgebildeten Aquarien-Landschaft mit Felsbrocken, Grünpflanzen oder grün umrandeten Kiesflächen. Der Klassiker sind  überwucherten Wurzeln, die sogar aus dem Wasser ragen dürfen. Solange keine oder nur sehr wenige Tiere im Aquarium leben, kann sogar auf einen Aquarienfilter verzichtet werden. Perfekt sind ein paar Garnelen oder Schnecken, die den Algenaufwuchs abweiden. Dennoch kann ein besonders interessantes Tier zum wertvollen Blickfang werden und den Gesamteindruck abrunden. Wie wäre es mit ein oder zwei Krebsen?

In der Aquaristik etablieren sich Süßwasser-Flusskrebse aus Nordamerika (aus der Familie der Cambaridae) und aus dem australisch-pazifischen Raum (aus der Familie der Parastacidae). Europäische Flusskrebse werden eher in Gartenteichen angesiedelt, sie sind in Aquarien anspruchsvoller und dadurch schwieriger.

Aber auch bei den Cambaridae und Parastacidae eigenen sich nur einige Gattungen beziehungsweise deren Arten für das Aquascaping. Das hat mehrere Gründe:

- viele Krebse zerlegen die Pflanzen

- sie gestalten den Bodengrund um

- Krebse führen zu einer höheren Wasserbelastung

- sie brauchen gutes Wasser und damit wöchentliche Teilwasserwechsel

- mit dichtem Besatz oder im Gesellschaftsbecken kommt es häufig zu tödlichen Konflikten

CPOs im Aquascaping

CPOs sind die orange Zuchtform der Cambarellus patzcuarensis, dem gestreiften Zwergflusskrebs aus Mexiko. Diese CPOs sind in der Aquaristik inzwischen aus verschiedenen Gründen sehr gefragt:

- CPOs sind auch im Gesellschaftsbecken friedlicher, als die meisten anderen Krebse

- sie lassen die Pflanzen meistens in Ruhe oder stutzen diese nur wenig

- sie können als Zwergflusskrebse weniger intensiv den Bodengrund umgestalten

- Zwergflusskrebse fühlen sich bereits in kleinen Aquarien ab 54 Litern sehr wohl

- in größeren Aquarien vertragen sich selbst kleine Gruppen dieser Krebse

- jeder Krebs steckt sein Revier ab und entwickelt seine Eigenarten

- CPOs sind überall erhältlich und vermehren sich unter guten Bedingungen

Auch diese Zwergflusskrebse werden mal eine Garnele, Schnecke oder auch den eigenen Nachwuchs erbeuten und fressen. Solange es genug Platz zum Ausweichen gibt und Garnelen und Schnecken sich vermehren können, sollten immer genug überleben.

Wenn das Aquascaping deutlich über 54 Liter mitbringt, werden zwei bis drei CPOs zur interessanten Attraktion. Der Betrachter erfreut sich an der grünen Wasserlandschaft. Er kann aber auch die Zwergflusskrebse beobachten. Wer seine Aufmerksamkeit auf wenige Tiere legt, kann diese um so genauer kennenlernen.

Neben den CPOs eignen sich auch andere Vertreter aus der Gattung der Cambarellus für das Aquascaping. Zwergflusskrebse schonen die Pflanzen und brauchen nicht viel Platz. Wenn es im Schnitt weniger Männchen als Weibchen gibt, bleibt es auch dadurch friedlicher.

Kletternde Krebse

Während Garnelen im Wasser und eher am Bodengrund bleiben, sind Flusskrebse richtige Kletterkünstler. Sie ruhen sogar über der Wasseroberfläche, um hier etwas Luft zu schnappen. Das wird leider zum großen Problem, wenn die Krebse ausbrechen und sich anschließend irgendwo in der Wohnung verstecken. Wer seinen Ausbrecher nicht sehr schnell findet, kann ihn leider abschreiben.

Krebse klettern zwar im Aquarium, sie arbeiten dennoch nicht mit der Wasserhöhe. Die Grundfläche ist für sie also entscheidend. Wird ein hohes Aquarium nur halb gefüllt, können Wurzeln mittig aus dem Wasser ragen. Solange die Krebse die Kante nicht erreichen, bleiben sie im Aquarium. Dennoch ist eine lückenlos schließende Abdeckung zu empfehlen. In dieser lässt sich auch die Beleuchtung integrieren und Futter durch eine Luke einwerfen.

Zumindest hätte ein großes Aquascaping mit herausragenden Elementen seine Reize, gerade dann, wenn mal ein Krebs auf die Wurzel klettert.

Typisches Verhalten für Flusskrebse

Jeder Flusskrebs steckt sein Revier ab und wird dieses gegen andere Krebse verteidigen. Es werden dazu sogenannte Landmarken wie Steine oder Pflanzen zur Abgrenzung verwendet. Einige Krebsarten begnügen sich mit kleineren Revieren oder sind insgesamt friedlicher.

Diese Reviere müssen Versteckmöglichkeiten bieten. Jeder Krebs muss sich gelegentlich häuten und ist dann als sogenannter Butterkrebs sehr verletzlich. Bei einem Überbesatz werden seine Artgenossen ihn erlegen und auch ansonsten sichert das Versteck das Überleben.

Wegen dieser Häutungen muss das Wasser für CPOs einen pH-Wert von 7 bis 9 mitbringen. Zugleich darf der GH-Wert nicht zu niedrig ausfallen, er soll bei rund 15 dGH liegen. Zudem muss das Futter viele Mineralstoffe und Proteine enthalten. Sinkende Futtertabletten, Tubifex oder Spirulina und gelegentlich Lebendfutter oder getrocknete Futtertiere eignen sich für die Fütterung. Gerade kleine Krustentiere liefern zugleich die wichtigen Substanzen für den eigenen Krebspanzer. Dennoch fressen Krebse auch pflanzliche Kost. Gefriererbsen, überbrühtes Gemüse oder sauberes und trockenes Laub von Eichen, Buchen, Haselnuss oder Seemandelbäumen. Diese und auch Erlenzäpfchen sondern Huminsäure beziehungsweise Gerbstoffe an das Wasser ab, wodurch Keime schlechter hochkommen. Wer wöchentlich ein mittelgroßes Blatt oder ein Erlenzäpfchen auf 100 Liter Wasser gibt, hat gesündere Krebse, ohne die Wasserwerte zu sehr zu belasten.

Krebse suchen auch im Detritus oder Aufwuchs nach Futter und durchwühlen gerne den Bodengrund. Viele Arten zerstören dabei die Wasserpflanzen oder fügen diesen schwere Schäden zu. Deswegen ist für das Pflanzenaquarium immer ein pflegeleichter Krebs zu wählen. Es kann aber helfen, robuste und gut verankernde Pflanzen zu wählen, welche auch im Barschaquarium bestehen würden.

Wasserqualität für CPOs

Gerade die CPOs sind sehr pflegeleicht. Dennoch benötigen sie gutes Wasser, tragen aber auch zur Wasserbelastung bei. Wer nur einen ganz kleinen Besatz für sein Aquascaping wünscht, um dieses ohne Aquarienfilter zu betreiben, muss auf seinen Flusskrebs verzichten. Wenn im großen Aquascaping nur wenige CPOs leben, würde aber ein kleiner bis mittelgroßer Filter bereits genügen. Für CPOs eignet sich ein Hamburger Mattenfilter, weil dieser eine sehr gute Filterleistung hat. Außerdem leben auf der Matte viele Kleintiere, die wiederum zur Nahrung werden. Bei größeren Krebsen stellt sich die Frage, ob diese vielleicht die Matten zerlegen. Zumindest wird ein Hamburger Mattenfilter den Nachwuchs nicht ansaugen.

Auch mit einem guten Wasserfilter und genügender Beckengröße soll es wöchentliche Teilwasserwechsel geben. Zudem ist auf sauerstoffreiches Wasser zu achten. Mit einer üppigen Bepflanzung im großen Aquascaping wird es zumindest am Tag reichlich Sauerstoff geben. Wird es in der Nacht knapp, kann ein Oxidator oder Luftausströmer für eine genügende Belüftung sorgen.

Neben diesen Parametern muss auch die Temperatur stimmen. Über 25° Celsius vertragen diese Zwergflusskrebse nicht gut. Kälter als 10° Celsius darf es nicht werden, perfekt wären 15 bis 20° Celsius.

Alternativen zum CPO für das Aquascaping?

CPOs oder die schwarzen und braunen Zuchtformen der Cambarellus patzcuarensis sind interessant, schonen die Vegetation und eigenen sich selbst für Anfänger. Vielleicht sind diese Zwergflusskrebse deswegen zu gewöhnlich für das eigene Aquascaping? Es gibt weitere interessante Flusskrebse. Andere Vertreter der Cambarellus kommen in die engere Wahl. Als Zwergflusskrebse brauchen sie weniger Platz und haben weniger Kraft, um die Bepflanzung zu zerstören.

Krebse der Gattung Hobbseus und der Bouchardina robisoni gehören wie die der Cambarellus zu der Familie Cambaridae. Auch diese Krebse haben den Ruf, Pflanzen zu schonen. Sie sind jedoch größer und brauchen mehr Platz.

Einige kleinere Vertreter der Gattung Procambarus wie derProcambarus vasquezae strapazieren die Bepflanzung nicht zu sehr. Dabei haben diese aus Mexiko stammenden Flusskrebse beeindruckend kräftige Scheren. Auch die Procambarus gehören zur Familie der Cambaridae.

Viele dieser alternativen Flusskrebse sind eher in Erdtönen erhältlich und kommen optisch bei weitem nicht an die leuchtend orangen CPOs heran. Gerade in einem Aquascaping mit erdfarbenen und grünen Bereichen sticht dieses leuchtende Orange direkt hervor und wird deswegen zum gewünschten Blickfang.

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